Vitamin B6: Mangel, Tagesbedarf, Vorkommen und Wirkung

Vitamin B6 in Kartoffeln

Vitamin B6 (Pyridoxin) hilft bei der Eiweißverdauung und ist an Entgiftung und Bildung von Neurotransmittern (Botenstoffen in Nervenzellen) beteiligt. Leber, Hühnerfleisch und Pflanzenkeime enthalten jedoch besonders hohe Konzentrationen an Vitamin B6.

Was ist Vitamin B6?

Vitamin B6 wird zu den B-Vitaminen gezählt und auch Pyridoxin genannt. Vitamin B6 ist ein Sammelbegriff für die drei sich sehr ähnlichen chemischen Verbindungen Pyridoxin, Pyridoxamin und Pyridoxal.

Diese kommen als Vorstufen des aktivierten Vitamin B6 Pyridoxal-5-Phosphat (PLP) oder Pyridoxaminphosphat (PMP) vor und unterscheiden sich durch ihre Seitengruppen.

Die verschiedenen Formen des Vitamin B6 sind in sehr vielen Lebensmitteln enthalten. Pyridoxin wurde im Jahr 1934 durch Paul György entdeckt.

Vitamin-B6-Mangel

Bei unzureichender Versorgung mit Pyridoxin kann es früh zu einem Vitamin-B6-Mangel kommen. Schon nach etwa zwei bis sechs Wochen sind die Pyridoxin-Speicher des menschlichen Körpers gänzlich erschöpft, weil Vitamin B6 aufgrund seiner Wasserlöslichkeit nur kurzzeitig im Körper gespeichert werden kann.

Beim Erhitzen Lebensmitteln ist zu beachten, dass gerade tierische Produkte dadurch schneller ihren Vitamin-B6-Gehalt einbüßen, da Pyridoxal und Pyridoxamin im Vergleich zu Pyridoxin, das überwiegend in Pflanzen vorkommt, relativ hitzelabil sind.

Da Pyridoxin jedoch nicht, wie seine beiden Derivate Pyridoxal und Pyridoxamin direkt von der Darmschleimhaut resorbiert werden können, ist die Bioverfügbarkeit dieser beiden Stoffe im Vergleich zu der des Pyridoxins höher. Somit ist es leichter den täglichen Vitamin-B-6-Bedarf mit tierischen Lebensmitteln zu decken. Gerade Vegetarier und umso mehr Veganer sollten daher auf eine Vitamin-B6-haltige Ernährung achten oder gegebenenfalls eine Substitution mit Vitamin-B6-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln in Betracht ziehen.

Symptome eines Mangels an Pyridoxin

Folgende Symptome können durch einen Pyridoxinmangel hervorgerufen werden:

  • Appetitverlust, Durchfall und Erbrechen
  • Dermatitis
  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Nervendegeneration mit Paralyse und afferenter Ataxie
  • Muskelkrämpfe in unregelmäßigen Intervallen
  • Mikrozytäre, hypochrome Anämie
  • Seborrhö-ähnliche "fettige Haut" um Augen, Nase und Mund
  • Cheilosis und Glossitis
  • Wachstumstörungen

Dosierung von Pyridoxin

Wie hoch ist Vitamin-B6-Tagesbedarf?

Laut DGE liegt der Tagesbedarf an Vitamin B6 je nach Geschlecht, Alter und Gewicht bei 0,4mg bis 1,9mg. Allerdings wird bei höherer Proteinaufnahme mehr Vitamin B6 benötigt, um diese zu verstoffwechseln. Menschen, die viel Eiweiße zu sich nehmen haben daher einen erhöhten Bedarf an Pyridoxin und sollten auf eine ausreichende Vitamin-B6-Versorgung achten. Pro einem Gramm aufgenommenem Protein sollen laut DGE 0,02mg Vitamin B6 benötigt werden.

Folgen und Symptome einer Überdosierung

In seltenen Fällen wurden bei chronischer Einnahme von über 500mg Vitamin B6 täglich, wie sie nur durch Supplementation erreichbar ist, Photosensitivität und Neurotoxizität beobachtet. Die Neurotoxizität äußerte sich in einer periphären, sensorischen Neuropathie mit ataktischen Gangstörungen, Reflexausfällen sowie Störungen des Tast-, Vibrations- und Temperaturempfindens. Auch das Auftreten einer Dermatitis, zum Beispiel einer Acne medicamentosa, kann als Folge einer Überdosierung von Vitamin B6 auftreten.

Vorkommen: In welchen Lebensmitteln ist Vitamin B6 enthalten?

Vitamin B6 ist in fast allen Lebensmitteln enthalten. In höheren Konzentrationen kommt es in Pflanzenkeimen, Hühnerfleisch und Leber vor.

Pyridoxin kommt vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vor, hier besonders in:

  • Pistazien
  • Kartoffeln
  • Bananen
  • Linsen
  • Feldsalat
  • Leinsamen
  • Vollkorngetreide
  • Bierhefe

Pyridoxal und Pyridoxamin kommt überwiegend in tierischen Nahrungsmitteln, vor allem in:

  • Kalbsleber
  • Forellen
  • Hühnerfleisch

Wirkung von Vitamin B6

Vitamin B6
Vitamin B6

Als Coenzym von Desaminasen, Transaminasen, Decarboxylasen und anderen Enzymen ist Vitamin B6 unerlässlich für den Um- und Abbau von Aminosäuren im Eiweißstoffwechsel.

Auch an der Bereitstellung der, für die Reizweiterleitung in den Synapsen nötigen, biogenen Amine wie des Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist PLP beteiligt.

Ferner ist Vitamin B6 wichtig für die Synthese der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin sowie des Gewebshormons und Botenstoffs Histamin. Pyridoxal-5-Phosphat aktiviert den Fettstoffwechsel und die Wirkung anderer Vitamine.

Pyridoxin im Stoffwechsel

Aufnahme

Pyridoxin ist wasserlöslich und wird von der Darmschleimhaut des oberen Dünndarms durch passive Diffusion bei einer geschätzten Absorptionsrate von 70% bis 75% aufgenommen.

Speicherung und Aminosäurestoffwechsel

Nach der Umwandlung in die biologisch aktiven Formen, wird Vitamin B6 hauptsächlich in der Leber gespeichert.

Unter ATP-Verbrauch synthetisiert der Körper aus den, über die Nahrung aufgenommenen Stoffen, Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin die biologisch aktiven Phosphorsäureester Pyridoxal-5'-phosphat (PLP) und Pyridoxamin-5'-phosphat (PMP). PLP, das etwa 60% des im Körper zirkulierenden Vitamins B6 ausmacht, bildet als Coenzym einen Bestandteil aller Körperzellen. PLP und PMP sind so an etwa 100 enzymatischen Reaktionen beteiligt, welche fast alle im Aminosäurestoffwechsel ablaufen. Pyridoxalphosphat ist daneben als Cofaktor entscheidend für die Synthese eines Zwischenprodukts (5-Aminolävulinsäure) im ersten Schritt der endogenen Häm-Synthese.

Ausscheidung

Vitamin B6 wird vorwiegend renal also über die Nieren eliminiert. Es wird mit dem Urin ausgeschieden.

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Von Vitamine-Lexikon Redaktion, aktualisiert am