Vitamin B2 (Riboflavin)

Einführung

Vitamin B2, auch Riboflavin genannt, ist ein Iso-Alloxazinring, der mit Ribit, einem fünfwertigen Alkohol, verbunden ist.
Entdeckt wurde das Vitamin B2, das auch unter dem Namen Lactoflavin bekannt ist, im Jahr 1920. Riboflavin ist ein gelblicher Pflanzenfarbstoff.

Stoffwechsel des Vitamin B2

Über die Nahrung werden freies Riboflavin, Flavinadenindinucleotid (FAD) und Flavinmononucleotid (FMN = Riboflavinphosphat) aufgenommen. Im Dünndarm werden die Coenzyme aufgespalten. Das Riboflavin wird in geringeren Mengen aktiv und bei höheren Dosen durch passive Diffusion (Teilchenwanderung innerhalb eines bestimmten Mediums, z.B. Wasser aufgrund eines Konzentrationsgefälles) aufgenommen, da bei zu hohen Mengen die Kapazitäten des aktiven Aufnahmeprozesses für Vitamin B2 überschritten werden bzw. gesättigt sind.

Bei oralen Dosen von 2-25 mg Riboflavin liegt die Absorptionsrate bei 50-60%. Hauptsächlich in der Leber, jedoch auch in fast allen anderen Geweben erfolgt eine Umsetzung von Riboflavin und FMN zu FAD. Gespeichert wird Vitamin B2, indem es an ein Enzym gebunden wird. Überschüssiges, nicht an Plasmaproteine gebundenes Riboflavin wird hauptsächlich über tubuläre Sekretion (Abgabe von Stoffen aus dem Blut in den Primärharn) mit dem Urin ausgeschieden. Riboflavin kann etwa 2 bis 6 Wochen im Körper gespeichert werden.

Funktionen des Vitamin B2 im Körper

Als Baustein der Coenzyme Flavinadenindinucleotid (FAD) und Flavinmononucleotid (FMN = Riboflavinphosphat), die als Bestandteile von Dehydrogenasen (Enzyme, die Wasserstoffatome übertragen) und Oxidasen (Enzyme, die die bei einer Oxidation frei werdenden Elektronen auf ein Sauerstoffatom übertragen) eine zentrale Rolle im oxidativen Stoffwechsel spielen. Somit ist das Vitamin B2 von großer Bedeutung für viele Stoffwechselreaktionen, wie der Biosynthese (Herstellung von chemischen Verbindungen durch den Organismus) und dem Abbau von Kohlenhydraten, Fettsäuren und Aminosäuren.
Weiterhin unterstützten Riboflavin bzw. die daraus synthetisierten Coenzyme FAD und FMN Niacin und Vitamin B6 bei ihren Aufgaben im Stoffwechsel.

Vitamin-B2-Mangel

Durch einen Mangel an Vitamin B2 können Wachstumsstöreungen, seborrhoische Dermatitis (chronisches oder in Schüben auftretendes Ekzem) im Bereich der Nasolabialfalte (Weichteilfalte des Gesichts beidseits der Nasenflügel bis in die Hautregion seitlich des Mundwinkels), Entzündungen der Mundschleimhaut und Zunge, Konjunktivitis (Bindehautentzündung) sowie Mundwinkelrhagaden (schmerzhafte, häufig schlecht heilende entzündliche Einrisse der Mundwinkel) führen. In schweren Fällen kann es zu Entzündung der Cornea (durchsichtige Hornhaut vor der Pupille) und zur Linsentrübung kommen sowie zu einer normozytären Anämie (Form der Blutarmut). Schwerer Riboflavinmangel beeinträchtigt auch den Stoffwechsel von Pyridoxin und Niacin, Folsäure und Vitamin K. Bei trächtigen Ratten bewirkte Riboflavinmangel Skelettanomalien der Rattenföten.
Ein Mangel an Riboflavin ist generell eher selten, wobei ein Viertel deutscher Frauen unterversorgt sind. Weitere Risikogruppen stellen Raucher, Alkoholiker, Diabetiker und sich chronisch fehlernährende Menschen (Veganer, falsche Nahrungsauswahl bei älteren
Menschen, etc.)
dar.

Vorkommen

Vitamin B2 ist in tierischen Lebensmitteln, wie Milch, Milchprodukten, Leber, Fleisch und Fisch enthalten.
Auch folgende pflanzliche Nahrungsmittel beinhalten Riboflavin: Grünkohl, Erbsen, Brokkoli, gelbe Paprika, sowie wie Getreide und Getreideprodukte. Der Körper kann Vitamin B2 jedoch aus tierischen Produkten besser resorbieren.
Riboflavin ist weitgehend hitzestabil, wird aber durch Licht inaktiviert, weshalb einer der bedeutsamsten Vitamin-B2-Lieferanten als tatsächlicher Lieferant teilweise ausfällt, wenn die Milch aus durchsichtigen Glasflaschen konsumiert wird, da bei solcher Aufbewahrung der Milch, das Lactoflavin durch das einfallende Licht inaktiviert wird. Bei sachgemäßer Lagerung und schonender Zubereitung der Lebensmittel sind Vitaminverluste von Riboflavin in einer Größenordnung von 20% und mehr zu erwarten.

Täglicher Bedarf

Der tägliche Bedarf an Vitamin B2 beträgt in etwa 1,5 mg. Je nach Größe, Gewicht und Alter kann dieser Wert jedoch relativ stark variieren. Mit einer Zufuhr von 1,7 bis 1,8 mg pro Tag sollte die Mehrheit der Bevölkerung ausreichend versorgt sein. RaucherInnen, Schwangere, Stillende und Menschen mit bestimmten genetischen Defekten, Diabetes oder anderen Stoffwechselstörungen benötigen jedoch, je nach Art und Ausprägungsstärke der Störung, höhere Tagesdosen. Auch Vegetarier, Alkoholiker und Menschen mit großen stressbedingten Belastungen haben einen höheren Bedarf an Vitamin B2.

Nahrungsergänzungsmittel mit 100 mg Vitamin B2 (unter "Kategorien" -> "Vitamine")

Überdosierung

Negative Folgen einer Überversorgung mit Riboflavin wurden bisher nicht beobachtet. Nur in zwei Fällen wurden bei sehr hohen aufgenommenen Dosen leichte durchfallähnliche Symptome bekannt. Vitamin B2 kann Urin gelb-orange färben.

Übersicht über alle Vitamine (Vitamin A, B1, B2, B3, B5, B6, B11, B12, C, D, E, K)

Vitamin A (Retinol) | Vitamin B1 (Thiamin) | Vitamin B2 ("Riboflavin") | Nikotinsäure (Niacin / Vitamin B3) | Pantothensäure (Vitamin B5) | Folsäure (Folat / Vitamin B11) | Vitamin B12 ("Cobalamin") | Vitamin C (Ascorbinsäure) | Vitamin D (Calciferol) | Vitamin E (Tocopherol) | Biotin (fälschlich "Vitamin H") | Vitamin K (Phyllochinon) | Nahrungsergänzungsmittel bestellen/kaufen | Andere Produkte (Muskelaufbaupräparate)

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